20.11.24 Lichtspalt – Der Novemberblog

Mittwoch, 20. November

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Lichtspalt

„Von den Tiefen bis zu den höchsten Sternen“ lautet eine Zeile aus einem Lied der Hildegard von Bingen. Ich habe heute ein wenig in einem Buch mit Liedern der Heiligen geblättert, lateinisch und deutsch. Ich lese beides und freue mich an der guten Übersetzung. Bei der Zeile oben stutze ich. Die Wörter sind im Lateinischen anders gestellt und beim ersten Lesen werden bei mir aus den höchsten Sternen die tiefsten Tiefen. Ich habe mich verleiten lassen, Wörter zusammen zu nehmen, die es gar nicht gehören, nur weil sie nebeneinander standen.

Ein Impuls

Was gehört zusammen und was nicht? Das ist auch eine spirituelle Frage oder besser: eine geistliche Haltung: Nur weil etwas naheliegend, schön, angenehm ist, muss es in der besonderen Situation nicht passen. Umgekehrt ist das Passende vielleicht gerade das, was nicht so naheliegend ist. Gottes Geist sortiert, wie das Lateinische die Worte, gerne einmal anders. Das gilt für das Beten und das geistliche Leben und auch sonst. Wenn der Tag so gar keinen Sinn ergeben mag, muss ich ihn vielleicht anders sortieren. Dann werden aus Tiefen wieder hohe Sterne.

Der Weg in die Gegenwart

Innehalten. Den Blick ruhen lassen. Weitergehen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.