14.10.24 Übergänge. Herbstblog

Montag, 14. Oktober

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Das Gedicht – von Kurt Marti

stirnwünsche

daß
im kino hinter der stirn
täglich
première sei

daß
stirnhöhlenkatarrhe
uns freundlichst
verschonen

daß
schwermut nicht heillos
die stirnen
zerfresse

daß
engstirnigen
die stirn
geboten werde
(lachend womöglich)

daß
unsere stirn
ein stern sei
ohne bretter davor

daß
man es jedem
der lügt
von der stirn lesen kann

daß
flocken ungeschaffenen lichts
durch unsere stirnen
schneien

Ein Impuls

Daß Flocken ungeschaffenen Lichts durch unsere Stirnen schneien, ein wunderbarer Segen und vielleicht auch ein gutes Gebet vor einer Betrachtung, vor einer wichtigen Tätigkeit, am Morgen oder am Abend, dass Gottes ungeschaffenes Licht uns erleuchte, zart wie ein paar Schneeflocken.

Der Weg in die Gegenwart

Für ein paar Momente einfach da sein.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

Quelle

Kurt Marti: Der Traum, geboren zu sein. Ausgewählte Gedichte.