8.10.24 Übergänge. Herbstblog

Dienstag, 8. Oktober

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Das Gedicht – aus dem Hohen Lied der Liebe

Hld 3, 1 – 4

Des Nachts auf meinem Lager suchte ich ihn, / den meine Seele liebt. / Ich suchte ihn und fand ihn nicht.
Aufstehen will ich, die Stadt durchstreifen, / die Gassen und Plätze, ihn suchen, den meine Seele liebt. Ich suchte ihn und fand ihn nicht.
Mich fanden die Wächter / bei ihrer Runde durch die Stadt. Habt ihr ihn gesehen, / den meine Seele liebt?
Kaum war ich an ihnen vorüber, / fand ich ihn, den meine Seele liebt. Ich packte ihn, ließ ihn nicht mehr los, / bis ich ihn ins Haus meiner Mutter brachte, / in die Kammer derer, die mich geboren hat.

Ein Impuls

Ein Zyklus orientalischer Liebesgedichte, die den Weg in die Bibel gefunden haben, das ist das Hohe Lied der Liebe. Viele Deutungen gibt es und nähme man sie alle zusammen, könnten sie vermutlich dennoch nicht dieses Lied ganz ausdeuten. Im Bewusstsein des Ungenügens eine zaghafte Näherung an den Text: „den meine Seele liebt“ – der liebenden Seele folgen.

Der Weg in die Gegenwart

Im Atem bleiben.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

Quelle

Hohes Lied der Liebe, Einheitsübersetzung.