5.10.24 Übergänge. Herbstblog

Samstag, 5. Oktober

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Das Gedicht – von Nicola Sciannimanico

La danza dei sogni / Der Tanz der Träume

I sogni viaggiano nel tempo 
e danzano con il vento
nel silenzio della notte.

Ritornano antichi racconti
come dolci melodie
e timidi bagliori.

Un umile musica accoglie
il bacio dei fiori
e allontana la malinconia che fluttua
negli occhi stanchi rivolti alla luna.

Träume reisen durch die Zeit
und tanzen mit dem Wind
in der Stille der Nacht.

Alte Erzählungen kehren zurück
wie süße Melodien
und zaghaftes Schimmern.

Eine einfache Musik öffnet sich
dem Kuss der Blumen
und vertreibt die Melancholie
die in müden, dem Mond zugewandten Augen schwebt.

Ein Impuls

Träume sind nicht die Realität. Jemanden einen Träumer zu nennen ist landläufig kein Kompliment. Nicola Sciannimanico sieht es – ganz in einer Linie mit den großen Träumern wie zum Beispiel die beiden Josefs in der Bibel – anders und öffnet einen anderen Blick, der den Träumen etwas Leichtes gibt und sie tanzen lässt. Manchmal ist diese Leichtigkeit erfahrbar im Leben, nicht nur in der Nacht, jene gottesberührten Momente, die da sind und sich nicht fassen lassen. So wie in Psalm 126: „Als der Herr das Geschick Zions wendete, da waren wir wie Träumende.“

Der Weg in die Gegenwart

Für einige Atemzüge einfach dasein.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

Quelle

Nicola Sciannimanico, Il sorriso delle stelle. Übersetzung OL