16.9.24 Unter deinem Himmel leben. Der Sommerblog

Montag, 16. September

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Erdenwege

Die Wegimpulse sind inspiriert von meinem Pilgerweg von Lausanne nach Rom, den ich 2009 zu Fuß gegangen bin.

Radicófani: Ich bin zum Abendessen im Pilgerhospiz. Außer mir sind die ladinische Pilgerwirtin und eine Pilgerin aus Südafrika da. Wir drei unterhalten uns prächtig. Natürlich bekomme ich meinen Stempel. Aber darüber hinaus ein schmackhaftes Abendessen: Südtiroler Knödel und Salat, dazu einen selbst angesetzten Wein. Es entwickelt sich ein munteres Gespräch in Italienisch, Englisch, Deutsch und Ladinisch. Meine Mitpilgerin versteht etwas Deutsch, die Leiterin des Hospizes kann natürlich Deutsch, dafür aber kaum Englisch. Aber das tut unserem Gespräch keinen Abbruch. Wir berichten einander, woher wir stammen und was wir machen. Die Südafrikanerin lebt seit langem in Irland. Nun ist sie auf dem nach Canterbury, sie geht die Via Francigena in umgekehrter Richtung, das heißt eigentlich in der originalen Richtung, denn Erzbischof Sigeric ging die Francigena von Rom nach Canterbury.

Als ich erzähle, dass ich in Frankfurt aufgewachsen bin, hakt die Pilgerin ein: Sie kenne zwar Frankfurt nicht direkt, aber da war doch William Forsythe. William Forsythe? Da spricht mich in einem kleinen Bergdorf in Italien eine Südafrikanerin aus Irland auf den ehemaligen Chef des Frankfurter Balletts an. Wie klein ist eigentlich die Welt!? Sie erklärt dann, warum Forsythe ihr ein Begriff sei: Sie hat nämlich Ballett studiert, hat eine Ballettschule und einige ihrer Schüler haben den Weg zu Forsythe gefunden.

So reden wir noch eine geraume Weile, nicht nur über Ballett, sondern auch und vor allem über die Erfahrungen des Pilgerns, vom Suchen und Finden, nicht nur was den Weg betrifft, sondern auch den inneren Weg und Gott.  

Ein Impuls

Die richtige Richtung finden ist nicht nur beim Pilgern wichtig und mitunter eine Herausforderung. Doch was „richtig“ ist, ist nicht immer eindeutig. Obwohl wir beide in entgegengesetzter Richtung unterwegs waren, waren wir beide in der richtigen Richtung unterwegs. Finde deinen Weg – und dann ist es der richtige Weg.

Der Weg in die Gegenwart

Den Tag Revue passieren lassen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.