Freitag, 23. August
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Kurt Marti: unser vater
unser vater
der du bist die mutter
der kommt
um anzuzetteln
den himmel
auf erden
dein name werde geheiligt
dein name möge kein hauptwort bleiben
dein name werde bewegung
dein name werde in jeder zeit konjugierbar
dein name werde tätigkeitswort
(aus Kurt Marti, Der Traum, geboren zu sein. Ausgewählte Gedichte)
Ein Impuls
Kurt Marti lässt den Namen Gottes in der Schwebe und legt ihn nicht fest. Er will Gott befreien aus den Fesseln von Tradition und Dogmatik, die einerseits Sicherheit geben – und das ist gut – und anderseits immer die Gefahr in sich bergen, Gott auf irdisches Maß zu stutzen. So ist Gott Vater und Mutter und kommt subversiv daher, um den Himmel anzuzetteln. Gott ist nicht statisch, sondern Bewegung, Gott will getan werden. Vielleicht ist das ein Gedanke für den (heutigen) Alltag: Gott bewegt durch den Tag.
Der Weg in die Gegenwart
Bei einem Wort, das dir besonders ist, das dir wichtig ist, verweilen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.


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