16.8.24 Unter deinem Himmel leben. Der Sommerblog

Freitag, 16. August

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Wilhelm Schmid: Schaukeln. Die kleine Kunst der Lebensfreude

Schaukeln ist wie Tanzen. Es macht das Leben schwebender, der Schwerkraft entzogen. Fast. ... Auch Schaukeln will gelernt sein, es klappt nicht unbedingt auf Anhieb, also noch mal von vorn. Erst mal nur halb aufs Brett, kleiner Anlauf rückwärts, dann ganz rauf und Beine hoch, Oberkörper nach hinten, Steigflug vorwärts, mit dem Hintern nachdrücken ... Übung macht den Meister. Übung, das ist Askese, dem alten griechischen Ausdruck Askesis entsprechend.

Ein Impuls

Schaukeln hat etwas Leichtes, egal wie alt man ist. Und ja, man muss und kann es lernen. Ich finde es spannend, dass Schmid dazu den Begriff der Askese gebraucht. Den verbinden wir eher mit Verzicht und Verzicht eher mit Anstrengung. Schaukeln hat etwas Sommerlich-Leichtes. In seinem Büchlein schaukelt Schmid auch mit den schweren Seiten des Lebens und ja, man kann nicht immer schaukeln. Aber doch manchmal. Vielleicht auf einer echten Schaukel oder übertragen sich in der Askese üben, einfach einmal nichts machen oder leisten zu müssen, sondern sich an dem Moment zu erfreuen.

Der Weg in die Gegenwart

Bei einem Wort, das dir besonders ist, das dir wichtig ist, verweilen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.