2.8.24 Unter deinem Himmel leben. der Sommerblog

Freitag, 2. August

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Lesezeit

Römische Brunnen, von Conrad Ferdinand Meyer

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt 
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.

Ein Impuls

Conrad Ferdinand Meyer hatte kein Smartphone. So hat er den Brunnen nicht einfach fotografiert und schon wieder vergessen, kaum, dass der nächste Reiz da war. Er hat hingeschaut, immer wieder. Er selbst war sozusagen der Fotoapparat, der in den Worten den Brunnen abbildet, so dass er beim Lesen wieder da ist. Fließen und Sammeln, Geben und Nehmen, Strömen und Ruhen, was er alles entdeckt. Vielleicht findet etwas deine Aufmerksamkeit heute. Verweile. Immer wieder. Bis ein Bild entsteht. Dein Bild.

Der Weg in die Gegenwart

Bei einem Wort, das dir besonders ist, das dir wichtig ist, verweilen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.