28.4.24 Komm, lade uns ein. Der Osterblog mit Madeleine Delbrêl

Sonntag, 28. April

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Der Ballsaal

Die ernsthaften Leute sind schlafen gegangen.
Die Mönche beten die Matutin des heiligen König Heinrich.
Ich aber denke
An den anderen König,
An König David, der vor der Bundeslade tanzte.

Denn wenn es auch viele heiligmäßige Leute gibt, die nicht gern getanzt haben,
So gibt es doch auch Heilige, denen der Tanz ein Bedürfnis war,
So glücklich waren sie zu leben:
 Die heilige Teresa mit ihren Kastagnetten,
Johannes vom Kreuz mit dem Jesuskind auf dem Arm,
Und Franziskus vor dem Papst.

Ein Impuls

Glaube ist für Madeleine keine ernste Angelegenheit in dem Sinne, dass Freude keinen Platz hätte. Freude ist keine vergeistigte Angelegenheit, sondern sehr sinnenhaft und körperlich. Der Körper kann nicht anders als tanzen, wenn er an Gott denkt, so wie David vor der Bundeslade, Theresa und all die anderen. Es ist kein Tanz auf dem Vulkan, sondern ein Tanz der inneren Freude, die sich von Gott getragen weiß. Viele Osterlieder schwingen im Dreivierteltakt. Man darf das Leben auch tanzen. Sogar das ewige Leben.

Mystik der Gegenwart

Auf das Schöne achten.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.