30.3.24 Du selbst sein. Der Blog mit Madeleine Delbrêl

Samstag, 30. März

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In der Armut eines banalen Lebens

Karsamstag: Das ist so ein Tag dazwischen, zwischen Tod und Auferstehen. Ein Tag auf der Schwelle. Vielleicht erscheint er auch deshalb oft besonders banal, geht auf in den Vorbereitungen für Ostern, schließlich müssen zwei Feiertage geplant werden. Doch hinter all dieser Geschäftigkeit, unter dem Alltag, der wie eine Erdschicht ist, keimt das neue Leben. „Gott in uns: das ist es, was nottut“ schreibt Madeleine einmal. Am Karsamstag sind wir auf der Schwelle zum Leben.

Ein Impuls

Zum Abschluss des Fastenblogs als Impuls den Schluss der Liturgie der Außenseiter. Morgen geht es mit Madeleine weiter, in die Osterzeit.

Weil deine Augen in den unseren erwachen,
weil dein Herz sich öffnet in unseren Herzen,
fühlen wir,
wie unsere schwächliche Liebe aufblüht,
sich weitet wie eine Rose,
zärtlich und ohne Grenzen
für all diese Menschen, die hier um uns sind. …

Wir wissen, dass wir durch dich
ein Scharnier aus Fleisch geworden sind,
ein Scharnier der Gnade,
die diesen Fleck Erde dazu bringt,
sich mitten in der Nacht,
fast wider Willen,
dem Vater allen Lebens
zuzuwenden.

In uns vollzieht sich das Sakrament deiner Liebe.
Wir binden uns an dich,
wir binden uns an sie
mit der Kraft eines Herzens,
das für dich schlägt.
Wir binden uns an dich,
wir binden uns an sie,
damit ein Einziges mit uns allen geschehe. …

Unser Herz,
gebildet von dir,
bevölkert von unseren Schwestern und Brüdern,
den Menschen, …
verbunden mit allen,
gebunden an dich,
beauftragt, im Ewigen zu atmen
und wie Bäume ihre Wurzeln im Boden zu haben.

Mystik der Gegenwart

In die eigene Mitte spüren und beim Atem bleiben.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.