6.3.24 Du selbst sein. Der Blog mit Madeleine Delbrêl

Mittwoch, 6. März

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In der Armut eines banalen Lebens

Eine kleine Gasse führt zu meinem Büro in Mainz am Stefansberg. Häuser und eine hohe Mauer säumen das Gässchen. Ein Nieselregen umfängt alles an diesem trüben Tag. Doch über die Mauer, von der anderen Seite her, ragt ein großer Forsythienzweig in die Gasse hinein und sprenkelt sie mit seinen gelben Blüten. Wie gut, dass man auf der anderen Seite der Mauer nicht an Rückschnitt gedacht hat.

Ein Impuls

Die Farben des Strauches kann ich nicht machen. Ich kann sie sehen und mich daran freuen. Zweimal bin ich durch die Gasse gegangen, erst beim zweiten Mal fiel mir der Zweig auf. Wenn Gott die Farbkleckse seiner Gegenwart verstreut, braucht es Aufmerksamkeit, sie wahrzunehmen. Wie gut, dass er einfach weitermalt, auch wenn ich in Gedanken ganz woanders bin.

Mystik der Gegenwart

Auf das Kleine achten.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.