Donnerstag, 22. Februar
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In der Armut eines banalen Lebens
Nach einem langen und gut gefüllten Tag sitze ich in der S – Bahn auf dem Heimweg. Aus dem Fenster schauen geht noch gut. Streckenweise gibt es nicht viel zu sehen, nur die Lärmschutzwände, die die Anwohner hoffentlich vor dem Zuglärm ein wenig schützen. Sie dienen gleichzeitig als große Leinwand, wo die Sprayer ihr Graffiti hinterlassen haben. Am Bahnhof kann man die Zeichen sehen, lesen fällt schwer, und in voller Fahrt werden sie zu einem bunten Band, das vor dem Fenster tanzt.
Ein Impuls
Ist Gott ein Sprayer und hinterlässt sein Graffiti in der Welt? Zeichen seiner Gegenwart muten vielleicht seltsam an, ich kann sie nicht immer lesen. Sie können auch als Störung erscheinen, eigentlich hätte ich es lieber ganz anders. „Du willst mir die Füße waschen? Niemals!“ sagt Petrus zu Jesus. Er versteht es nicht. Oder drückt Gott einem manchmal die Spraydose in Hand? Als Christin und Christ kann ich etwas Farbe in die Welt bringen und so mitwirken am großen Graffito Gottes.
Mystik der Gegenwart
Ein bewusster Schritt in den Tag und einen bewussten Schritt aus ihm heraus, wie ein ganz kleiner Tanz.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.


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