Donnerstag, 15. Februar
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In der Armut eines banalen Lebens
Es ist später Nachmittag und es wird schon dunkel. Ich stehe an der Fußgängerampel, die zugleich Fahrradampel ist. An dieser Stelle teilen sich Fußgänger und Radfahrer – nicht immer friedlich – den Überweg. Als es grün wird, sehe ich, wie auf der anderen Seite eine obdachlose Frau ihre Habseligkeiten in einem Einkaufswagen mühsam über die Straße schiebt. Hinter ihr ist eine Radfahrerin auf einem Dreirad. Mit diesem Gefährt kann man keine waghalsigen Manöver fahren. Sie bleibt hinter der anderen Frau und fährt ganz langsam hinter ihr her.
Ein Impuls
Wenn Jesus einem Menschen begegnet, dann lässt er sich auf ihn oder sie ein. Den Blinden fragt er, was er ihm tun soll, Maria Magdalena und die Emmaus – Jünger lässt er erzählen, was sie bewegt, bevor er sich zu erkennen gibt. Sich auf einen anderen einlassen, auch wenn ich vielleicht schneller bin, das ist eine Geste Jesu, die jene Fahrradfahrerin unbewusst getan hat. Das ist ein kleines Zeichen, doch in dem kann unsere Liebe „aufblühen, wie eine Rose, … für all die Menschen, die um uns sind“, wie es Madeleine schreibt.
Mystik der Gegenwart
Eine Minute einfach da sein und du selbst sein, so wie es jetzt gerade ist.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.


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