19.12. Advent. Ankunft – Der Blog am Hauptbahnhof

19. Dezember

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Gleis 19

Wenn man ans andere Ende des Bahnsteigs geht, weit draußen außerhalb der Bahnhofshalle, dann sieht man das Gewirr des Gleisfeldes. Jedes Gleis ist irgendwie durch Weichen und Kreuzungen mit den anderen verbunden. Ein Zug fährt ein und zielsicher steuert er auf einen Bahnsteig zu. So zumindest sieht es aus. Doch dann biegt er auf ein anderes Gleis ab und noch ein zweites Mal ändert er seine Richtung, um dann auf dem richtigen Gleis anzukommen.  

Ein Impuls

Manchmal kann ein Tag dem Gleisvorfeld gleichen. Es gibt so viele Linien, die sich kreuzen und abzweigen, und es ist schwer, den Überblick zu behalten. Der Tag fährt dahin, nimmt eine überraschende Wendung. Nicht immer habe ich am Abend das Gefühl, am richtigen Gleis angekommen zu sein, da sind noch Rangierarbeiten notwendig. Gottes Ankunft an einem ganz gewöhnlichen Tag kann sich ähnlich ereignen. Er nimmt eine andere Richtung, als ich gedacht habe. Vielleicht wähne ich mich auch am falschen Gleis. Doch in der Rückschau kann ich sehen, dass die Ankunft genau da geschieht, wo es notwendig ist. Auch wenn mein Tageszug dann auf einem anderen Gleis endet, er kommt am richtigen Gleis an.

Der Weg in die Gegenwart

Bevor du etwas beginnst: Einen Moment warten.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.