10. Dezember

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Gleis 10
Auf dem Bahnsteig spielen sich Begrüßungen und Wiedersehen ab. Da ist die Freude oft groß. Aber auch Abschiede gehören zum Bahnsteig. Es gibt die verhaltenen, wo jemand in den Zug steigt, nicht genau wissend, was die Zukunft bringt. Ein Pärchen nutzt die letzten Minuten für eine Umarmung und einen langen Kuss und später für ein Winken hinter der Fensterscheibe. Empfangen und Loslassen, Trennung und Verbindung, auf dem Bahnsteig liegt manchmal kein Meter dazwischen.
Ein Impuls
Heute am Sonntag wird ein Abschnitt aus dem Propheten Jesaja im Gottesdienst gelesen. Es ist ein Text vom Abschied und vom Ankommen, von Bedrängnis und Hoffnung, für die Bahnsteige dieser Welt und des Alltags. Im Messias von Georg Friedrich Händel steht dieser Text ganz am Anfang:
Tröstet, tröstet mein Volk, / spricht euer Gott. Redet Jerusalem zu Herzen und ruft ihr zu, dass sie vollendet hat ihren Frondienst, / dass gesühnt ist ihre Schuld, dass sie empfangen hat aus der Hand des HERRN Doppeltes / für all ihre Sünden!
Eine Stimme ruft: / In der Wüste bahnt den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße / für unseren Gott!
Jedes Tal soll sich heben, / jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, / und was hüglig ist, werde eben.
Steig auf einen hohen Berg, / Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, / Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! / Sag den Städten in Juda: / Siehe, da ist euer Gott. (Jes 40, 1-4.9-10)
Comfort Ye – Tröstet mein Volk, G.F. Händel, Der Messias.
Der Weg in die Gegenwart
Innehalten. Mit einem bewussten Schritt oder Atemzug weitergehen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.


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