29.11. Ohne Landkarte – Der Novemberblog

Mittwoch, 29. November

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Ein Ereignis

Die ersten Schneeflocken des Jahres. Nach und nach überzieht sich die Landschaft mit einem puderzuckrigen Weiß. Gewiss, für den Verkehr wird es schwierig, es kann sogar gefährlich sein, wenn Bäume umstürzen. Und doch: Die weiße Winterlandschaft übt einen eigenen Reiz aus. Alles wirkt ruhiger, ein wenig entschleunigt.

Ein Impuls

Eigentlich ist es ja nur Wasser, der Schnee. Man könnte auch sagen, es ist Regen in anderer Form. Bei Regen werden die Gesichter oft länger, nicht so bei Schnee. Was der Wechsel von einem in den anderen Aggregatzustand bewirken kann. Vielleicht ist das ein gutes Bild für den Alltag: Der kann wie Regen sein und manchmal ändert er sozusagen den Aggregatzustand und wird weiß wie Schnee. Das übrigens ist auch eine Verheißung Gottes, dass das, was unansehnlich war und lastet, weiß und leicht wird wie Schnee: Wasche mich und ich werde weißer als Schnee! (Ps 51)

Der Weg in die Gegenwart

Die Menschen, die mir heute begegnen, noch einmal in einem ruhigen Moment vor Augen stellen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

Brecht auf ohne Landkarte 
und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist,
und nicht erst am Ziel.
Versucht nicht, ihn nach Originalrezepten zu finden,
sondern lasst euch von ihm finden
in der Armut eines banalen Lebens. 
(Madeleine Delbrêl)