Montag, 27. November
Audio
Ein Ereignis
Gestern, am Sonntag, bin ich kurzfristig für den Gottesdienst in Frauenfrieden eingesprungen. Es war ein festlicher und nährender Gottesdienst mit Zeit für einen Kaffee im Anschluss. Ich war mit dem Rad dort und auf der Rückfahrt schien es mir, als ob jede Ampel nur darauf wartete, auf Rot zu schalten. Die Ungeduld wich als ich mir sagte, dass es schließlich Sonntag sei und es etwas langsamer auch geht. Entspannt kam ich zu Hause an.
Ein Impuls
Man muss den Rhythmus finden, dann geht es leichter, nicht nur beim Radfahren. Aber nicht immer bestimme ich den Rhythmus und das Tempo. Dann ist es mitunter schwierig, weil es eben nicht passt, die Umwelt und ich ticken anders. Oder ich brauche selbst Zeit, um herauszufinden, welcher Rhythmus für mich jetzt gut ist. Und Gott spielt auch noch mit. Schon kompliziert. Da kommt mir ein Abschnitt aus Madeleines „Ball des Gehorsams“ in den Sinn, wo es um Rhythmus geht, der göttliche Tanz:
Um gut tanzen zu können - mit dir oder auch sonst, Braucht man nicht zu wissen, wohin der Tanz führt. Man muss ihm nur folgen, Darauf gestimmt sein, Schwerelos sein, Und vor allem: Man darf sich nicht versteifen. Man soll dir keine Erklärungen abverlangen, Über die Schritte, die du zu tun beliebst, Sondern ganz mit dir eins sein - und lebendig pulsierend Einschwingen in den Takt des Orchesters, den du auf uns überträgst. Man darf nicht um jeden Preis vorwärts kommen wollen. Manchmal muss man sich drehen oder seitwärts gehen. Und man muss auch innehalten können Oder gleiten, anstatt zu marschieren. Und das alles wären ganz sinnlose Schritte, Wenn die Musik nicht eine Harmonie daraus machte.
Der Weg in die Gegenwart
Die Menschen, die mir heute begegnen, noch einmal in einem ruhigen Moment vor Augen stellen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.
Brecht auf ohne Landkarte und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist, und nicht erst am Ziel. Versucht nicht, ihn nach Originalrezepten zu finden, sondern lasst euch von ihm finden in der Armut eines banalen Lebens. (Madeleine Delbrêl)


Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.