Samstag, 25. November
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Eine Entdeckung
Ich stehe mit dem Morgenkaffee auf dem Balkon. Gegenüber am Krankenhaus laden Möbelpacker kleine Schränkchen in ihr Auto, dahinter steht ein Abschleppwagen, der einen Falschparker an den Haken nimmt. Ein lautes Rauschen zeigt an, dass der Altglas Container geleert wird. Und da ist dann noch der Gemeindearbeiter, der mit einem Besen (!) still das Laub zusammenkehrt. Die Stadt räumt auf.
Ein Impuls
Der Abschleppwagen und der Besen – im Idealfall passt das Werkzeug zur Aufgabe und es geht voran. Wenn das Werkzeug nicht passt, wird es schwierig. Schwierig wird es aber auch, wenn ich immer erst auf das Werkzeug warte, bevor ich beginne. Dann glaube ich, ich bräuchte den neuesten flüsterleisen Akkulaubbläser, wo es der Besen auch tut. Vor lauter Warten auf etwas, auf das bessere Werkzeug, bessere Verhältnisse, die Änderung des Systems …. komme ich nicht zum Anfangen. Das geht über das Material hinaus: Erst wenn ich das erreicht habe, kann ich anfangen. Vielleicht ist das manchmal wirklich so. Oft aber hält es mich davon ab, einfach mal zu beginnen. Perfektionismus kann hinderlich sein, im Glauben übrigens allemal. Gott stellt keine Bedingungen. Eigentlich eine gute Einladung zu beginnen.
Der Weg in die Gegenwart
Die Menschen, die mir heute begegnen, noch einmal in einem ruhigen Moment vor Augen stellen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.
Brecht auf ohne Landkarte und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist, und nicht erst am Ziel. Versucht nicht, ihn nach Originalrezepten zu finden, sondern lasst euch von ihm finden in der Armut eines banalen Lebens. (Madeleine Delbrêl)


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