Sonntag, 5. November
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Ein Gebet
Gott, ich bitte dich um ein inneres Verspüren des Geistes. Gib, dass das Sehen und Hören des Geistes mir das Verspüren des Glaubens schenke, das Riechen der Hoffnung und das Berühren und Verkosten der Liebe, damit der ganze innere Mensch, deinen guten, wohlgefälligen und vollkommenen Willen erfülle kann in Jesus Christus, dem Lob und Ehre sei in Ewigkeit. (Jeronimo Nadal SJ, 1507 – 1580)
Ein Impuls
Fast 500 Jahre ist dieses Gebet alt und erstaunt mit seiner Sinnenhaftigkeit. Gott ist kein Projekt für die Zukunft, kein Trost für irgendwann, der Trost der Gegenwart Gottes gilt jetzt. Mit allen Sinnen ihn verspüren, das kann einen schon einmal schwindelig werden lassen: In Gottes Geist den Glauben spüren, den Duft der Hoffnung wahrnehmen und die Berührung der Liebe. Glaube, Hoffnung, Liebe, keine To Do Liste, um in den Himmel zu kommen, sondern Weisen von Gottes Gegenwart, ganz sinnenhaft – und Sinn-Voll.
Der Weg in die Gegenwart
Sich einen Moment nehmen und spüren, was ist, in mir und um mich herum.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.
Brecht auf ohne Landkarte und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist, und nicht erst am Ziel. Versucht nicht, ihn nach Originalrezepten zu finden, sondern lasst euch von ihm finden in der Armut eines banalen Lebens. (Madeleine Delbrêl)


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