1.10. Dankbarkeit – der Blog im Oktober

Sonntag, 1, Oktober

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Ein Text: Aus dem Gesang der Geschöpfe, cantico delle creature, des Franz von Assisi

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne,
welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest.
Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:
Von dir, Höchster, ein Sinnbild.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast du sie gebildet,
klar und kostbar und schön.

Ein Impuls

Die Welt gehört uns nicht und wir beherrschen sie nicht, auch wenn es oft anders daherkommt. Franz von Assisi sieht in der Schöpfung nicht allein ein Mittel zum Leben, etwas, das einem unterworfen ist, sondern sie ist ihm Gleichnis für Gott selbst. „Gelobt seist du“ ruft er aus. Ich muss nicht wie Franz durch Umbrien streifen, um das zu entdecken, auch wenn die Landschaft dort dem dankbaren Staunen sicherlich förderlich ist. Dieser Tag, dieser Sonntag, mit der Sonne am Tag und dem Mond in der Nacht, trägt Gottes Spuren. Vielleicht mag ich danken für diesen Tag, am Morgen oder am Abend.

Der Weg in die Gegenwart

Mit einem Dank den Tag beginnen und ihn beenden.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

Der Gesang

Vertont von Petr Eben: Cantico delle creature