20.8. Raum. Der Sommerblog

Sonntag, 20. August

Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir (Apg 17, 28)

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Der Raum: Die Zenon Kapelle

Santa Prassede liegt ein wenig versteckt. Von außen wirkt die Kirche unscheinbar. Geht man hinein. steht man in einer Basilika, die an der Schwelle von der Spätantike zum Frühmittelalter errichtet wurde. Der Barock hat auch hier Spuren hinterlassen, doch die Mosaiken sind noch original. Prächtig spannt sich der Bogen über dem Altarraum. An der Seitenwand zeigt ein Mosaik den Raum, wo das Kleinod dieser Kirche liegt. Es ist die Zenon Kapelle, ein kleiner Raum, der ganz in Mosaiken gefasst ist. Wenn die Mosaiken dem Betrachter etwas vom Himmel zeigen wollten, dann kann man in dieser Kapelle sozusagen einen Blick und sogar einen Schritt in den Himmel machen. Dort begegnet man Heiligen und oben halten vier Engel das Gewölbe, in der Mitte ist Christus und segnet.

Ein Impuls

Im Unscheinbaren verbirgt sich ein Schatz, ja sogar der Himmel. Ob Angelus Silesius die Zenon Kapelle in Rom kannte, weiß ich nicht. Aber er hat ein Lied geschrieben, das diesen Himmel ins Innere holt:

1 Morgenstern der finstern Nacht,
der die Welt voll Freuden macht,
Jesu mein,
komm herein,
leucht in meines Herzens Schrein.

2. Schau, dein Himmel ist in mir,
er begehrt dich, seine Zier.
Säume nicht,
o mein Licht,
komm, komm, eh der Tag anbricht.

Der Weg in die Gegenwart

In den Himmel schauen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

Bild: Von Till Niermann – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=714519