Donnerstag, 3. August
Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir (Apg 17, 28)
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Der Raum: Im Wartezimmer
Das Wartezimmer meiner Hausärztin unterscheidet sich wohltuend von jenen rein funktionalen Räumen, die man sonst so zum Warten aufsuchen muss. An einer Seite ist es hell und lichtdurchflutet durch große Fenster, die Stühle stehen an kleinen Tischen im Raum (und nicht einfach an der Wand entlang), etwas Kunst an den Wänden und Lektüre auf den Tischchen. Für die Kinder gibt es eine Spielecke und Bilderbücher.
Ein Impuls
Wartezimmer sind Durchgangsräume. Sie atmen oft die Atmosphäre von Anspannung und Sorge. Es geht um eine Diagnose, die Annahme oder Ablehnung eines Antrags, das Warten, um zum Vorstellungsgespräch oder zur Prüfung gerufen zu werden. Im Wartezimmer wartet man auf das Eigentliche, das hinter der nächsten Tür geschieht. Manchmal fühle ich mich in der Gebetszeit wie im Wartezimmer. Ich habe das Gefühl, nicht ganz da zu sein, wie die Zeitschriften liegen Gedanken herum, die durch den Kopf spazieren. „Das Eigentliche“ geschieht doch erst, wenn ich gesammelt bin, sozusagen hinter der Tür. Wann werde ich denn endlich aufgerufen? Ich weiß es nicht. Vielleicht geschieht es, während ich noch in der Zeitschrift meiner Gedanken blättere.
Der Weg in die Gegenwart
In einer Wartezeit einfach nichts tun.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.


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