23.7. Raum. der Sommerblog

Sonntag, 23. Juli

Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir (Apg 17, 28)

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Der Raum: Sankt Paul vor den Mauern

Es ist ein großer Raum, in den man durch eine hohe Tür eintritt. Ein sehr großer Raum: In der Mitte das Hauptschiff, rechts und links durch mächtige Säulen, wie die Stämme von Mammutbäumen, schließen sich jeweils zwei weitere Schiffe an. Fünf Schiffe, durch Säulen verbunden und getrennt zugleich formen einen weiten Raum. Die Wände treten zurück, verschwinden im Halbdunkel der Säulenreihe, hoch oben spannt sich die Decke, und weit hinten erahnt man klein die Apsis, den anderen Abschluss des mächtigen Kirchenschiffes. Keine Bank und kein Stuhl verstellen diesen Raum. Es gibt einfach Platz, viel Platz, um durch den Raum zu schreiten, sich in ihm zu bewegen.

Ein Impuls

In dir leben wir, bewegen wir uns und sind wir. In Sankt Paul vor den Mauern kann man sich diesen Gottesraum buchstäblich erlaufen, vielleicht auch tanzen. Er lässt die Freiheit ahnen, die im Raum Gottes liegt. Nun werden die wenigsten wohl heute in Rom sein, um durch Sankt Paul zu schreiten. Doch einen Tempel habe ich immer dabei – das bin ich selbst. Oft ist mein innerer Gottesraum eher zugestellt und ich muss aufpassen, dass ich nicht stolpere. Aber es gibt auch Momente, wo eine innere Freiheit da ist, wo ich diesen Satz des Paulus innerlich gehen und tanzen kann: In dir bewegen wir uns – weil du in uns Raum schaffst. Vielleicht schenkt dieser Sonntag etwas Freiraum, um nach innen zu gehen, einfach da zu sein und dem Atem jenen Satz anzuvertrauen: In dir leben wir, bewegen wir uns und sind wir.

Der Weg in die Gegenwart

Die Weite des Atems spüren.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.