Bilderwelten 25.9.2018

Audio: Text und Impuls

Der Text Mt 13, 24-30
Und Jesus erzählte ihnen noch ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. 26Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. 27Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? 28Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? 29Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. 30Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.

Der Impuls
Nun ist das Unkraut da, und der gute Weizen bedroht. Was tun? Dreinschlagen, rausrupfen, Vergeltung. Das sind unmittelbare, vielleicht sogar nachvollziehbare Impulse. Aber das Himmelreich wächst nicht im Vernichten, sondern es wächst einfach. Was gute und was schlechte Frucht ist nicht immer leicht zu sagen. Nicht, dass etwas als Unkraut angesehen wird, was es aber nicht ist. Da mahnt Jesus durch das Gleichnis zur Vorsicht, nicht vorschnell zu urteilen. Zugleich ermutigt er, wachsen zu lassen, zu vertrauen, dass Gottes Reich wächst. Das einfache schwarz-weiß Schema wird durchbrochen.

Der Weg in die Gegenwart
Bleibe bei dem Wort aus dem heutigen Text, das dich angesprochen hat und wiederhole es den Tag über immer wieder.

6 Comments

  1. Schwieriges Thema – zumal auf die Menschenwelt bezogen – für die Fauna kann Unkraut ein wichtiger Bestandteil zum Überleben sein – auch die Menschen müssen mit dem Schlechten auf ihrem Lebensweg umgehen können – schliesslich ist das Leben kein Wunschkonzert – warum und wieso können wir nicht beurteilen,weil keiner die Hintergründe kennt – dennoch gibt es deutliche Grenzen – ich erinnere mich, dass wir dieses Thema vor Wochen schon mal aufgegriffen haben – damals sagte ich : immer nur mit Kussmäulchen und Blümchen in der Hand kommen wir nicht immer weiter – dabei bleibe ich – alles ist Situationsbedingt – auch das be- und verurteilen – alles hat seine Grenzen …..werden die überschritten kommt eine Reaktion,wie auch immer diese ist ….

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  2. Ja, blankes Entsetzen – überdimensionale Enttäuschung – open end- Vertrauen adieu- ……hier ist das Unkraut stärker als die gute Saat – es fehlen die Worte ……unfassbar …..

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  3. Um möglichen Missverständnissen in aller Klarheit vorzubeugen: Die Impulse entstehen mit zeitlichem Vorlauf, deshalb konnte die Veröffentlichung der Mißbrauchsstudie weder Anlass noch direkter Inhalt des Impulses sein. Meine Auslegung soll eine Anregung für den je eigenen Alltag sein. Ich wende ihn nicht auf die Missbräuche an. Das Gleichnis vom Unkraut und der guten Saat ist hier unpassend, weil es zu leicht ausgelegt werden könnte im Sinne eines Abwartens und Relativierens. Dies aber ist schon viel zu oft und viel zu lange geschehen. Der Missbrauch ist unfassbar, ja, und das Systemversagen, weil beides unaussprechliches Leiden bedeutet von denen, die Überlebende von Missbrauch sind. Weder der Impuls noch die Schriftstelle dürfen zu einer Relativierung herangezogen werden.

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